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Wenn Tunnelinfrastruktur zum Kraftwerk wird

Die Infrastruktur-Photovoltaikanlage am ASTRA-Tunnel Alvaschein zeigt, wie bestehende Bauwerke zur Energieproduktion beitragen können – warum sich diese Investition für Betreiber von Nationalstrassen und Infrastrukturanlagen langfristig auszahlt und was es braucht, damit solche Projekte gelingen.

Photovoltaik auf Dächern ist längst Standard. Doch was passiert, wenn PV-Anlagen an bestehender Verkehrsinfrastruktur realisiert werden sollen? Beispielsweise entlang einer stark befahrenen Hauptverkehrsachse mit einem Kabelweg von nahezu 1,5 Kilometern und Systemspannungen von 1500 Volt DC?

Die PV-Anlage produziert mehr Strom, als der Tunnel verbraucht

Am ASTRA-Tunnel Alvaschein an der Julierstrasse wurde genau das umgesetzt: 427 PV-Module auf 920 Quadratmetern Sichtbetonmauer, mit einer erwarteten Jahresproduktion von rund 175’000 Kilowattstunden. Der Alvaschein-Tunnel liegt an der Nationalstrasse A29 zwischen Solis und Tiefencastel und ist erst der zweite Tunnel in der Schweiz, der mit einer solchen Anlage ausgestattet wurde. Das Ergebnis ist umso beeindruckender: Der Tunnel produziert rund 30 Prozent mehr Strom, als er selbst verbraucht – ein echtes Energie-Plus-System, das zeigt, wohin die Reise gehen kann. Für Betreiber bedeutet dies nicht nur eine massive Senkung der Betriebskosten, sondern auch eine aktive Wertsteigerung der bestehenden Bausubstanz.

 «Der Tunnel produziert mehr Strom, als er selbst verbraucht – ein Energie-Plus-System.» 

Ausnahmebewilligung und Nachtarbeit

Das Projekt stellte besondere technische Anforderungen. Die Stützmauer Alvaschein I liegt rund 450 m vor dem Tunnelportal. Die Leitungsführung entlang der Strasse erforderte fast ausschliesslich Nachtarbeit. Um die Verluste über die lange Distanz zu minimieren, wurde das System auf 1500 Volt DC ausgelegt – mit entsprechend erhöhten Anforderungen an Schutzkonzepte und Komponentenwahl.

Auch regulatorisch war das Projekt anspruchsvoll: Eine Ausnahmebewilligung war notwendig, die auf einer lückenlosen technischen Dokumentation, belastbaren Berechnungen und einer engen Abstimmung mit den Behörden basierte. Im Projekt übernahm die Curea Elektro AG eine aktive technische Rolle und unterstützte den verantwortlichen Elektroingenieur des externen Ingenieur- und Beratungsunternehmens mit fundierten Berechnungen sowie konkreten Optimierungsvorschlägen. Durch die Evaluation eines alternativen Modullieferanten und den gezielten Einsatz von Aluminiumkabeln anstelle von Kupferkabeln konnten Anlagekonzept und Investitionskosten nachhaltig optimiert werden. Hier liegt der Vorteil für unsere Kunden: Wir unterstützen komplexe Projekte mit tiefgreifender technischer Expertise und sichern durch gezielte Optimierungsvorschläge die Wirtschaftlichkeit des gesamten Vorhabens.

Montagestruktur für die PV-Module am Hang oberhalb der Julierstrasse: Die Unterkonstruktion aus Metallrahmen und Gerüst ist bereit für die Modulinstallation.

Montagestruktur für die PV-Module am Hang oberhalb der Julierstrasse: Die Unterkonstruktion aus Metallrahmen und Gerüst ist bereit für die Modulinstallation.

Montagestruktur für die PV-Module am Hang oberhalb der Julierstrasse: Die Unterkonstruktion aus Metallrahmen und Gerüst ist bereit für die Modulinstallation.

Montagestruktur für die PV-Module am Hang oberhalb der Julierstrasse: Die Unterkonstruktion aus Metallrahmen und Gerüst ist bereit für die Modulinstallation.

Luftaufnahme der Julierstrasse mit der Sichtbetonmauer, an der die PV-Anlage montiert wurde. Die Mauer erstreckt sich entlang der Hauptverkehrsachse im Albulatal.

Luftaufnahme der Julierstrasse mit der Sichtbetonmauer, an der die PV-Anlage montiert wurde. Die Mauer erstreckt sich entlang der Hauptverkehrsachse im Albulatal.

Luftaufnahme der Julierstrasse mit der Sichtbetonmauer, an der die PV-Anlage montiert wurde. Die Mauer erstreckt sich entlang der Hauptverkehrsachse im Albulatal.

Luftaufnahme der Julierstrasse mit der Sichtbetonmauer, an der die PV-Anlage montiert wurde. Die Mauer erstreckt sich entlang der Hauptverkehrsachse im Albulatal.


Enge Zusammenarbeit beschleunigt die Umsetzung

Entscheidend für den erfolgreichen Abschluss des Projekts war die integrierte und durchgängige Umsetzung durch die Curea Elektro AG als Teil der BKW Infra Services Gruppe. Durch diesen starken Verbund konnten sämtliche technischen Leistungen – von der Projektierung über die Systemauslegung bis zur Umsetzung –koordiniert und aus einer Hand realisiert werden. Dadurch konnten Schnittstellenrisiken minimiert und der Bauablauf effizient gesteuert werden.

Die Gesamtprojektleitung und Systemverantwortung lagen beim zuständigen Elektroingenieur des externen Ingenieur- und Beratungsunternehmens. Die Curea Elektro AG unterstützte das Projekt umfassend in der technischen Ausarbeitung und Optimierung, insbesondere mit detaillierten Leitungsdimensionierungen, Spannungsfall- und Verlustberechnungen für die 1500-Volt-DC-Strecke, der Auslegung der Schutz- und Verteilkonzepte sowie mit technischen Variantenvergleichen zur Effizienz- und Kostenoptimierung. Darüber hinaus übernahm die Curea Elektro AG den Ausbau und die Anpassung der Technikzentrale, führte den Kabelzug über die gesamte DC-Strecke aus, realisierte die Anschlüsse an die Verteil- und Schutzsysteme und unterstützte die Montage der PV-Module in enger Abstimmung mit den beteiligten Partnern.

Das Projekt am Tunnel Alvaschein zeigt exemplarisch: Bestehende Infrastruktur birgt erhebliches Potenzial für die Energiewende – wenn Technik, Regulatorik und Ausführung nahtlos zusammenspielen. Photovoltaik wird dabei nicht nur installiert, sondern wie Infrastruktur geplant. Seit Dezember 2025 produziert die Anlage Solarstrom.

Blick hinter die PV-Module: Montagehalterungen und Tragschienen an der Betonwand, aufgenommen während der Installationsarbeiten vom Gerüst aus.
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Blick hinter die PV-Module: Montagehalterungen und Tragschienen an der Betonwand, aufgenommen während der Installationsarbeiten vom Gerüst aus.
Innenleben des DC-Verteilerschranks mit Strangsicherungen, Überspannungsschutz und Verkabelung – das Herzstück der 1500 Volt DC Auslegung.
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Innenleben des DC-Verteilerschranks mit Strangsicherungen, Überspannungsschutz und Verkabelung – das Herzstück der 1500 Volt DC Auslegung.
Erdaushubstelle für den Kabelanschluss: Ein Verteilkasten wird im Boden versenkt, um die Kabelstrecke entlang der Strasse anzubinden.
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Luftaufnahme der Julierstrasse mit der Sichtbetonmauer, an der die PV-Anlage montiert wurde. Die Mauer erstreckt sich entlang der Hauptverkehrsachse im Albulatal.
Nachtarbeit: Grosse Kabeltrommeln auf einem Curea-Fahrzeug bereit für die Verlegung der DC-Leitungen. https://145404414.fs1.hubspotusercontent-eu1.net/hubfs/145404414/bkw-infra-services-2026-wenn-tunnelinfrastruktur%20zum%20Kraftwerk-wird-1080x1600-01-1.jpg
Nachtarbeit: Grosse Kabeltrommeln auf einem Curea-Fahrzeug bereit für die Verlegung der DC-Leitungen.

«Bestehende Infrastruktur birgt erhebliches Potenzial für die Energiewende – wenn Technik, Regulatorik und Ausführung nahtlos zusammenspielen.»