Wenn die Drohne zum Arbeitsmittel wird
Leitungen inspizieren, Infrastruktur dreidimensional erfassen, Material transportieren oder den Seilzug unterstützen: Drohnen übernehmen in Energie- und Infrastrukturprojekten längst Aufgaben, die weit über klassische Luftaufnahmen hinausgehen. Bei der Arnold AG verbinden Spezialisten die Technologie mit langjährigem Fachwissen aus der Energiebranche.
Der Blick geht nach oben. Wenige Augenblicke später hebt die Drohne ab. Doch diesmal entstehen keine Aufnahmen für einen Imagefilm. Die Mission ist eine andere: Infrastruktur kontrollieren, Daten erfassen oder Arbeiten am Stromnetz unterstützen.
Drohnen entwickeln sich im Energie- und Infrastrukturbereich zunehmend zu vielseitigen Arbeitsmitteln. Ihr Vorteil zeigt sich besonders dort, wo herkömmliche Verfahren aufwendig sind, Gelände schwer zugänglich ist oder Arbeiten möglichst ohne Unterbruch des laufenden Betriebs durchgeführt werden sollen.
Für Betreiber und Projektverantwortliche bedeutet das vor allem: weniger Aufwand, kürzere Einsatzzeiten und neue Möglichkeiten, Kosten zu optimieren. Gleichzeitig können Risiken für Mitarbeitende reduziert und die Verfügbarkeit der Infrastruktur erhöht werden.
Die Drohne allein reicht nicht
Eine leistungsfähige Drohne ist nur ein Teil der Lösung. Ebenso entscheidend ist das Wissen darüber, was sie erfasst und unter welchen Bedingungen sie eingesetzt wird. Genau hier setzt das Drohnenteam der Arnold AG an. Die Spezialisten verfügen nicht nur über die notwendigen Pilotenqualifikationen, sondern bringen langjährige Erfahrung mit Mittel- und Hochspannungsanlagen sowie komplexer Energieinfrastruktur mit. Sie kennen die Anforderungen an Sicherheit, Präzision und Zuverlässigkeit – und können deshalb Technologie und Aufgabenstellung gezielt zusammenbringen.
Für Kunden entsteht dadurch ein entscheidender Vorteil: Technologie und Fachkompetenz kommen aus einer Hand. Der Drohneneinsatz wird nicht isoliert betrachtet, sondern auf die tatsächlichen Anforderungen der Anlage und des Projekts abgestimmt. Das reduziert Schnittstellen und hilft, Einsätze zielgerichtet zu planen.
Inspektion einer Stromleitung mit einer Drohne
Der Drohnenpilot behält die Drohne während des Einsatzes im Blick
Inspektionen ohne Abschaltung
Ein besonders interessantes Einsatzgebiet sind Inspektionen im Stromnetz. Mittel- und Hochspannungsleitungen, Masten, Unterwerke und andere technische Anlagen lassen sich aus der Luft detailliert kontrollieren. Mit Thermografiekameras können zudem thermische Auffälligkeiten sichtbar gemacht werden. Viele dieser Einsätze sind ohne Leitungsabschaltung möglich. Das reduziert Unterbrüche und ermöglicht eine effiziente Kontrolle der Infrastruktur.
Gerade für Netzbetreiber ist das ein wesentlicher Vorteil: Muss eine Leitung für eine Inspektion nicht ausser Betrieb genommen werden, bleibt die Infrastruktur verfügbar. Stillstands- und Ausfallzeiten können reduziert und der organisatorische Aufwand rund um geplante Abschaltungen verringert werden. Gleichzeitig kann die Drohne Bereiche erreichen, für deren Kontrolle sonst ein deutlich grösserer Aufwand erforderlich wäre.
Auch die Sicherheit profitiert: Wo Inspektionen aus der Luft durchgeführt werden können, müssen sich Mitarbeitende weniger häufig in schwer zugängliche oder exponierte Bereiche begeben. Gleichzeitig lassen sich Kontrollen schneller durchführen und bei Bedarf gezielt wiederholen.
Aus der Realität wird ein digitales Modell
Drohnen liefern jedoch weit mehr als Bilder. Mit LiDAR (Lichterkennung und Entfernungsmessung) und Photogrammetrie (rekonstruiert Geometrien anhand von überlappenden Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln) lassen sich Anlagen, Infrastrukturen und Gelände präzise digital erfassen. Aus den aufgenommenen Daten entstehen Punktwolken, Orthofotos, digitale Geländemodelle und dreidimensionale Modelle. Damit wird aus einem Flug eine digitale Datengrundlage, die beispielsweise für Planung, Bestandsaufnahme und Dokumentation genutzt werden kann.
Der Nutzen reicht dabei über die reine Vermessung hinaus: Projektbeteiligte erhalten eine präzise digitale Grundlage, auf die auch später zurückgegriffen werden kann. Informationen lassen sich zentral auswerten, Planungen auf einer verlässlichen Datengrundlage durchführen und zusätzliche Begehungen vor Ort je nach Aufgabenstellung reduzieren. Das spart Zeit und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachstellen.
Wenn 100 Kilogramm abheben
Noch deutlicher wird die Entwicklung vom fliegenden Kamerasystem zum Arbeitsgerät beim Materialtransport. Transportdrohnen der Arnold AG können Güter mit einer Nutzlast von bis zu 100 Kilogramm bewegen. Werkzeuge, Batterien, Isolatoren, Ersatzteile oder anderes Material gelangen so auch an schwer zugängliche Einsatzorte. Je nach Anwendung erfolgt der Transport in einer Box oder per Winde.
Gerade dort, wo Topografie und Zugänglichkeit konventionelle Transporte erschweren, entstehen damit neue Möglichkeiten.
Material kann direkt dorthin gebracht werden, wo es benötigt wird. Lange oder aufwendige Transportwege können je nach Einsatz reduziert werden. Das spart Zeit und Personalaufwand und kann insbesondere in schwierigem Gelände wirtschaftliche Vorteile gegenüber konventionellen Transportlösungen bieten. Gleichzeitig wird die körperliche Belastung der Mitarbeitenden beim Materialtransport reduziert.
Auch beim Seilzug im Einsatz
Ein weiteres Einsatzfeld liegt direkt im Netzbau: der drohnenunterstützte Seilzug an Mittel- und Hochspannungsleitungen. Damit zeigt sich exemplarisch, wie eng Drohnentechnologie und klassische Infrastrukturkompetenz inzwischen zusammenarbeiten können. Die Drohne ersetzt dabei nicht das Fachwissen der Spezialisten – sie erweitert ihre Möglichkeiten.
Besonders bei anspruchsvoller Topografie kann dies Arbeitsabläufe vereinfachen und den Aufwand für konventionelle Verfahren reduzieren. Der Drohneneinsatz schafft damit zusätzliche Flexibilität bei der Planung und Durchführung von Netzbauarbeiten.
Ein Werkzeug mit vielen Perspektiven
Vegetationskontrollen entlang von Freileitungen, Baustellendokumentationen oder Live-Bilder für Projekt- und Einsatzteams ergänzen das Einsatzspektrum.
Auch hier steht der konkrete Nutzen im Vordergrund: Vegetation lässt sich frühzeitig beurteilen, Baufortschritte können nachvollziehbar dokumentiert werden und Live-Bilder ermöglichen Projekt- oder Einsatzteams einen unmittelbaren Überblick – ohne dass alle Beteiligten selbst vor Ort sein müssen. Entscheidungen können dadurch schneller und auf einer besseren Informationsgrundlage getroffen werden.
Welche Technologie zum Einsatz kommt, hängt von der jeweiligen Aufgabe ab. Thermografie, LiDAR, Photogrammetrie oder hochpräzise Vermessungssensoren werden mit der geeigneten Drohnenplattform kombiniert.
Der entscheidende Ausgangspunkt ist deshalb nicht die Frage: Was kann unsere Drohne? Sondern: Welche Herausforderung muss gelöst werden?
Genau daraus entstehen neue Anwendungen – und manchmal eine überraschend einfache Lösung aus der Luft.
Sie haben eine Anwendungsidee für Ihr Projekt?
Das Drohnenteam der Arnold AG prüft gemeinsam mit Ihnen, wie sich Ihre Aufgabenstellung sicher, effizient und wirtschaftlich aus der Luft lösen lässt.
Ihre Ansprechperson
Marc Tschachtli
Projektleiter Drohnen
+41 79 599 82 65
marc.tschachtli@arnold.ch
