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Wenn Tunnelinfrastruktur zum Kraftwerk wird

Geschrieben von Simon Rüefli | 18.03.26 15:59

Die Infrastruktur-Photovoltaikanlage am ASTRA-Tunnel Alvaschein zeigt, wie bestehende Bauwerke zur Energieproduktion beitragen können – warum sich diese Investition für Betreiber von Nationalstrassen und Infrastrukturanlagen langfristig auszahlt und was es braucht, damit solche Projekte gelingen.

Photovoltaik auf Dächern ist längst Standard. Doch was passiert, wenn PV-Anlagen an bestehender Verkehrsinfrastruktur realisiert werden sollen? Beispielsweise entlang einer stark befahrenen Hauptverkehrsachse mit einem Kabelweg von nahezu 1,5 Kilometern und Systemspannungen von 1500 Volt DC?

Die PV-Anlage produziert mehr Strom, als der Tunnel verbraucht

Am ASTRA-Tunnel Alvaschein an der Julierstrasse wurde genau das umgesetzt: 427 PV-Module auf 920 Quadratmetern Sichtbetonmauer, mit einer erwarteten Jahresproduktion von rund 175’000 Kilowattstunden. Der Alvaschein-Tunnel liegt an der Nationalstrasse A29 zwischen Solis und Tiefencastel und ist erst der zweite Tunnel in der Schweiz, der mit einer solchen Anlage ausgestattet wurde. Das Ergebnis ist umso beeindruckender: Der Tunnel produziert rund 30 Prozent mehr Strom, als er selbst verbraucht – ein echtes Energie-Plus-System, das zeigt, wohin die Reise gehen kann. Für Betreiber bedeutet dies nicht nur eine massive Senkung der Betriebskosten, sondern auch eine aktive Wertsteigerung der bestehenden Bausubstanz.